Monika Majer

über die Bildhauerin

Ich erschaffe Skulpturen, die Klarheit und Gegenwärtigkeit in Räume tragen.

Aus der Mitte

Es geschieht immer wieder.
Meist nicht durch etwas Großes oder Dramatisches. 
Sondern beinahe unbemerkt.

Wie durch eine leise Verschiebung sind wir aus unserer eigenen Mitte gerückt.

Und ebenso leise finden wir oft zurück.

Durch ein Lächeln.
Einen Atemzug.
Eine Berührung.

Wir bemerken es an einem Gefühl der Ruhe.
Und des tiefen Verbundenseins.

Meine Skulpturen sind stille Anker.
Sie erinnern an die Verbindung mit der eigenen Mitte.

Für Momente, die dir Halt und deinem Blick Ruhe schenken.

Im Wesentlichen dreht sich alles
um Verbindung.

Mit uns selbst, mit unserer Lebendigkeit
und mit der Welt, der wir angehören.
Diese Erfahrung prägt meinen Weg
und meine Arbeit mit Stein.
 

Skulptur im Indischen Ozean
Artist Residency in Bali, 2023

Im Wesentlichen verwurzelt

Ich bin mit meinem ersten Auto, einem 2CV, auf der Reise nach Portugal. Ich rauche selbstgedrehte Zigaretten, und der Spruch steht auf dem Heftchen mit dem Zigarettenpapier:

„Wenn du die Ruhe nicht in dir selbst findest, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen.“

Es ist das Jahr 1991.

Auf dem Weg nach Hause ist mein 2CV tiefergelegt, und ich habe zwei Stücke portugiesischen Marmor im Kofferraum.

Rauchen tue ich schon lange nicht mehr. Mit Stein arbeite ich noch immer.

Stein und Form sind für mich eine Brücke zur inneren Ruhe. Und zum Gegenwärtigen. 

Meine Skulpturen entstehen als Räume für ruhige Klarheit und Präsenz. 


’Man muss sie {die Steine} näher kennenlernen, um ihre feine Lebendigkeit wahrzunehmen. Ihr Wesen vollzieht sich lautlos. Sie sind langsamer als wir. Ihre Zeit ist in Jahrmillionen zu rechnen (…)’

aus: ‘Stein, verborgenes Leben’ von Anselm Spring und Maximilian Glas

Zwischen Gewicht und Leichtigkeit


Ich arbeite mit Stein, weil er nichts beschleunigt.

Er verlangt Gegenwart. Sanftmutige Geduld. Genauigkeit.
Jede Form entsteht im Dialog mit dem Material - zwischen Widerstand und vertrauensvoller Hingabe, zwischen klarer Entscheidung und offenem Lauschen.

Der Stein bringt Gewicht, Geschichte und Widerstand mit.
Die Form sucht Leichtigkeit, Gegenwart und Weite.

Zwischen beidem entsteht eine Spannung, die mich interessiert und nach Balance verlangt: Skulpturen, die fest im Raum stehen und dennoch etwas Bewegliches in sich tragen.

Ich reduziere, bis das Wesentliche spürbar wird.

Nicht als Strenge.
Sondern als Präsenz.
Nicht als Leere.
Sondern als Raum.

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