Monika Majer

über die Bildhauerin

Ich erschaffe Skulpturen, die Klarheit und Gegenwärtigkeit in Räume tragen.

Aus der Mitte

Es geschieht immer wieder.
Meist nicht durch etwas Großes oder Dramatisches. 
Sondern beinahe unbemerkt.

Wie durch eine leise Verschiebung sind wir aus unserer eigenen Mitte gerückt.

Und ebenso leise finden wir zurück.

Durch ein Lächeln.
Einen Atemzug.
Eine Berührung.

Wir bemerken es an einem Gefühl der Ruhe.
Und des tiefen Verbundenseins.

Meine Skulpturen sind stille Anker.
Sie erinnern an die Verbindung mit der eigenen Mitte.

Für Momente, die dir Halt und deinem Blick Ruhe schenken.

Im Wesentlichen dreht sich alles um Verbindung. Mit sich selbst verbunden zu sein, mit der eigenen Lebendigkeit, dem Fluss des Lebens - und mit dem eigenen Ursprung, der Natur, den Elementen, dem Göttlichen, dem Großen Ganzen. 

Skulptur im Indischen Ozean
Artist Residency in Bali, 2023

Im Wesentlichen verwurzelt

Ich bin mit meinem ersten Auto, einem 2CV, auf der Reise nach Portugal. Ich rauche selbstgedrehte Zigaretten, und der Spruch steht auf dem Heftchen mit dem Zigarettenpapier:

„Wenn du die Ruhe nicht in dir selbst findest, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen.“

Es ist das Jahr 1991.

Auf dem Weg nach Hause ist mein 2CV tiefergelegt, und ich habe zwei Stücke portugiesischen Marmor im Kofferraum.

Rauchen tue ich schon lange nicht mehr. Mit Stein arbeite ich noch immer.

Stein und Form sind für mich eine Brücke zur inneren Ruhe. Und zum Gegenwärtigen. 

Meine Skulpturen entstehen als Räume für ruhige Klarheit und Präsenz. 


  • 1972
    in Hanau geboren

    1992 ∙ 1995
    Ausbildung zur Steinmetzin in Freudental  ∙ Auszeichnung zur Bundesbesten

    1997  ∙  2000
    Akademie für Gestaltung in Ulm  ∙ Abschluss zur staatlich geprüften Gestalterin

    2009  ∙ 2011
    Studium der Intermedialen Kunsttherapie an der IHC Calw und MSH Hamburg

    seit 2000
    als freischaffende Bildhauerin in Kirchheim unter Teck, seit 2016 in Hepsisau

    Mitgliedschaften: GEDOK Stuttgart, sculpture network e.V., BfB Bund Freischaffender Bildhauer*innen Baden Württemberg e.V.


    AUSZEICHNUNGEN UND PREISE

    2023
    ZWEITER PREIS im Internationalen Wettbewerb Art Gemini Prize mit Auszeichnung in Singapur (SGP)

    2021
    ZWEITER PREIS im Internationalen Wettbewerb für Skulptur des ICRE – Catalan Institute for Research in Sculpture, Barcelona (ES)

    1995
    Auszeichnung zur Bundesbesten im Steinmetzhandwerk


    WERKE IN SAMMLUNGEN

    2023
    Kunstsammlung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen

    2025
    Kunstsammlung des Landkreises Esslingen


    KÜNSTLERRESIDENZ

    2023
    Artist Residency in Bali (verbunden mit dem zweiten Preis des Art Gemini Prize), zweiwöchiger Arbeitsaufenthalt in Canggu/Bali und Arbeit in einem Bildhaueratelier


    REFERENZEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM

    2021
    ohne Weiteres (Liebende) ∙ Muschelkalk, 141 x 32 x 18 cm, Skulpturenpark Arte-Contemporary in La Ràpita (ES)

    2020
    im fluss ∙ Laaser Marmor, 90 x 50 x 60 cm, Scuol (CH)

    2017
    Mahnmal ∙ mehrteilige begehbare Installation, Stahl/ Edelstahl, Kirchheim unter Teck, Alter Friedhof

    2009
    Summstein ∙ Sandstein, h 220 cm, Nürtingen, Sinnesgarten der Johannes-Wagner-Schule

    kommen und gehen ∙ 2m3 Anröchter Dolomit, mehrteilig mit Wasserrinne, Kirchheim, Bahnhofsvorplatz

    2006
    Denkmal des Reformationsbürgermeisters Jos Weiß ∙ Kalkstein Jura hell / Bronze, h 220 cm, Reutlingen

    2005
    im fluss ∙ Belgisch Granit, vierteilig, h 230 cm, Kircheim unter Teck, Friedhof Ötlingen


    SYMPOSIEN

    2022
    sieben Tage am Werk ∙ Hepsisau (D), One Woman Bildhauersymposium Albtrauf

    2020
    im fluss  ∙ Sur En (CH), Internationales Bildhauersymposium Art Engadina

    2005
    Begegnung ∙ Kirchheim unter Teck, Bildhauersymposium

    2003
    im fluss ∙ Tuttlingen, Bildhauersymposium

    2002
    Einheit ∙ Tuttlingen, Bildhauersymposium


    PERFORMANCE

    2019
    from late summer to late summer ∙ a matinee inspired by words and sound, Monika Majer (Haiku Poetry) and Peter Schönfeld (bass and sound), Collection Domnick, Nürtingen (DE)

    2014
    Moments of listening ∙ a painterly and tonal improvisation with Lena Sutor-Wernich, singer, exhibition in own studio (DE)

    2012
    nearing the centre ∙ Transformations in the context of the exhibition approximate, Urban Gallery in Kornhaus, Kirchheim unter Teck (DE)


    BIBLIOGRAFIE

    2021
    "Sanftmut in Stein", in: Naturstein 10/2021, Ebner Media Group Ulm (Hrsg.), ISSN 0028 – 1026, S. 50-52

    2021
    "without further ado (light)", in: SILENCI, Publikation von ICRE – Catalan Institute for Research in Sculpture, ISBN 978-84-948876-8-0

    2020
    "ohne Weiteres (in Bewegung)", in: gemeinsam für die KUNST, Publikation des Projekts "Gemeinsam für die Kunst" der bildhau KG (Hrsg.)

    2018
    „Wach werden für kaum zu Ertragendes, wach bleiben für Menschlichkeit“, in: Erinnern, Wissen, Verantwortung, Publikation zum Mahnmal für die zivilen Opfer des Nationalsozialismus, Stadt Kirchheim unter Teck (Hrsg.), S. 6-7

    2017
    "KONTAKTON", in: Brücken bilden, Katalog der 3. Ausstellung im Seegarten Allensbach, Arbeitsgruppe artA (Hrsg.)

    2017
    "Erlöste und Erlösende", in: MARIA Frau∙ Königin ∙  Mutter, Katalog zur Ausstellung im Kloster Hegne, Kunst Kultur und Kirche, Erzdiözese Freiburg (Hrsg.)

Rezensionen

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Zwischen Gewicht und Leichtigkeit


Ich arbeite mit Stein, weil er nichts beschleunigt.

Er verlangt Gegenwart. Sanftmutige Geduld. Genauigkeit.
Jede Form entsteht im Dialog mit dem Material - zwischen Widerstand und vertrauensvoller Hingabe, zwischen klarer Entscheidung und offenem Lauschen.

Der Stein bringt Gewicht, Geschichte und Widerstand mit.
Die Form sucht Leichtigkeit, Gegenwart und Weite.

Zwischen beidem entsteht eine Spannung, die mich interessiert und nach Balance verlangt: Skulpturen, die fest im Raum stehen und dennoch etwas Bewegliches in sich tragen.

Ich reduziere, bis das Wesentliche spürbar wird.

Nicht als Strenge.
Sondern als Ruhe.
Nicht als Leere.
Sondern als Raum.


’Man muss sie {die Steine} näher kennenlernen, um ihre feine Lebendigkeit wahrzunehmen. Ihr Wesen vollzieht sich lautlos. Sie sind langsamer als wir. Ihre Zeit ist in Jahrmillionen zu rechnen (…)’

aus: ‘Stein, verborgenes Leben’ von Anselm Spring und Maximilian Glas

die jüngste Serie

vom Werden und vom Sein

  • los und lassen

    MUSCHELKALK

    Wahre Stärke zeigt sich dort, wo wir trotz Bewegung in uns selbst ruhen.

  • häuten

    FRÄNKISCHER JURA

    Erneuerung entsteht, wenn wir alte Hüllen lösen und dem Kern Raum geben.

  • eigen Sinn

    FRÄNKISCHER JURA

    Klarheit zeigt sich dort, wo wir den Mut haben, Profil zu zeigen.

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